Konzepte

Cassiopeia-Konzepte: Die Grundpfeiler der Stiftung

Auf dieser Seite stellen wir Interessierten unsere Konzepte und Wohnprojekte näher vor und beschreiben deren Besonderheiten. Die hier aufgeführten Konzepte und Wohnprojekte sind die Grundpfeiler unserer Stiftungsarbeit.

Das Cassiopeia-Nachhaltigkeitskonzept

Aus jungen Erwachsenen mit Behinderungen werden ältere Menschen mit Behinderungen – allein und selbstbestimmt leben und wohnen wollen sie aber weiterhin. Die einmal erlangte Freiheit und den liebgewonnenen Lebensstil möchte keines unserer Kinder mehr missen – auch nicht im höheren Alter. Unsere Herausforderung: Wie sollen wir diesen Wunsch erfüllen? Wie können wir Nachhaltigkeit garantieren?

Genaugenommen war schon die Gründung einer Stiftung als Eigentümer und Betreiber von Wohnprojekten der erste Schritt zur Nachhaltigkeit. Hierdurch können Eigeninteressen, etwa von Investoren und Spekulanten, grundsätzlich ausgeschlossen werden. Weiterhin ist die Finanzierung und Refinanzierung der Wohnprojekte so ausgerichtet, dass dieser Wohnraum auch langfristig für die Bewohnerinnen und Bewohner bezahlbar bleibt.

Bleibt die Frage: Wer besetzt die Gremien der Stiftung, wenn die bisherigen Eltern langsam selbst zu alt für die ehrenamtliche Arbeit werden? Unsere Idee für diesen Punkt des Nachhaltigkeitskonzepts: Wir motivieren ebenfalls betroffene Eltern durch neue Wohnprojekte zur Mitarbeit. Konkret bedeutet dies, dass wir ein zweites Wohnprojekt in Wesel-Flüren gestartet haben. Die damit verbundenen, „neuen“ Eltern tragen jetzt ebenfalls die Stiftungsarbeit mit. Um die bisherigen Wohnkonzepte langfristig abzusichern, ist in Zukunft noch ein drittes Wohnprojekt geplant. Auch hierbei wird dann gelten: Die mittlerweile dritte Elterngeneration begleitet das Tagesgeschehen der Stiftung langfristig. So können wir auf Dauer sicherstellen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ohne Risiko und gemeinschaftlich im entsprechenden Wohnhaus leben können.

Das Cassiopeia-Wohnkonzept

Für unsere Wohnprojekte haben wir ein spezielles Wohnkonzept entwickelt. Rückblick: Schon lange, bevor das eigentliche Bauprojekt beginnt, finden und gruppieren sich interessierte Eltern. Über den persönlichen Austausch der Eltern werden die Vorstellungen eines gemeinsamen Wohnprojektes entwickelt und die Verbindlichkeit des Projektes gesteigert. Sie organisieren regelmäßige „Wohntreffs“, bei denen sich die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner kennenlernen. Hierdurch werden im besonderen Maße die Bewohnerinnen und Bewohner begleitet, die Phase der Ablösung vom Elternhaus zu meistern. Auch den Eltern wird es hierdurch erleichtert, einen neuen Lebensabschnitt zu gestalten.

Des Weiteren sieht das Wohnkonzept vor, dass jede Bewohnerin und jeder Bewohner ein eigenes Apartment als persönlichen Rückzugsort bekommt. Die Wohnungen werden möglichst nach den individuellen Wünschen der Bewohnerinnen und Bewohner gestaltet und eingerichtet. So kann sich beispielsweise jeder eine eigene Kücheneinrichtung aussuchen und den Wohnzimmerteil möblieren. Die Bewohnerinnen und Bewohner erleben zudem einen geregelten Tagesablauf: sie arbeiten überwiegend in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Wesel und in der nahen Umgebung.

Gemeinschaftsräume und umfangreiche Angebote für gemeinsame Aktivitäten sorgen außerdem für Abwechselung und soziale Kontakte im Haus und stärken die Gemeinschaft. Unsere Wohnprojekte ermöglichen jungen Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben in der ersten eigenen Wohnung, aber in der Geborgenheit einer Hausgemeinschaft. Der Ablauf des gemeinschaftlichen Lebens wird beispielsweise über Hausgemeinschaftsversammlungen geregelt.

Das Cassiopeia-Betreuungskonzept

Im Zusammenhang unseres Wohnkonzeptes ist auch das Cassiopeia-Betreuungskonzept wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Unser Umgang mit diesem Thema ist ebenfalls sehr stark vom Wert „Freiheit“ bestimmt und unterscheidet sich von vielen anderen Konzepten. Genauer: Die Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Eltern und ihre gesetzlichen Vertreter können die zuständigen Dienstleister für Pflege und Betreuung selbst aussuchen. Natürlich werden bei der Beauftragung Synergien angestrebt, um die Gemeinschaftsbetreuung zu gewährleisten. Dazu zählen etwa der Hintergrunddienst und die Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Dabei stimmen die Bewohnerinnen und Bewohner ihre persönlichen Interessen direkt mit den vom Betreuungsdienstleiter eingesetzten Betreuerinnen und Betreuern ab. Die Wohngemeinschaftsvertretung (siehe die Stiftung), also insbesondere die Eltern, wird vor allem bei übergreifenden Themen hinzugezogen.